Goldwaschen?? Coach-Potato plant Sommerferien in Tankavaara

Langsam ist der Winter wieder vorbei und der Sommer und Sommerferien winken am Horizont. Es ist Zeit, mit der Planung für die Sommerferien zu beginnen….zum Beispiel was ich in meinen Ferien a) machen könnte,  b) machen möchte. Ich blättere in Ferienprospekten und zwangsläufig denke ich über verschiedenste sportliche Aktivitäten nach. Gummiboot-Abenteuer? Hmm. Paddeln? Hmm. Velotour? Hmm. Nur der blosse Gedanke an eine schäumende Stromschnelle oder eine Velostrecke an einer von Schwerverkehr befahrenen Strasse drücken mir den Schweiss aus den Poren. Nee, nicht so meine Dinge.

Ich lasse mich auf das Sofa sinken, schliesse meine Augen und bewege mich in Gedanken in ruhigere Gewässer. Wie könnte ich aus meinen Ferien möglichst viel mit möglichst wenig Energie rausholen?

Wieviel Energie brauche ich, um mich bewegen zu können, habe ich mich gefragt? Was sagt Wikipedia dazu?

„Wenn auf einen Körper auf der geraden Strecke vom Punkt A zum Punkt B eine konstante Kraft  wirkt, dann wird am Körper die Arbeit W verrichtet. Dabei ist der Vektor von A nach B, und sein Skalarprodukt mit dem Vektor ist das Produkt der Beträge  und  mal dem Kosinus  des eingeschlossenen Winkels.

W=F·s

 

Beschleunigt die betrachtete Kraft den Körper, so erhöht sich seine kinetische Energie auf dem Weg von A nach B um die an ihm verrichtete Arbeit.
Wirkt die konstante Kraft in Richtung des zurückgelegten Weges, dann ist die Arbeit das Produkt der Beträge.“ 

So einfach ist es. Wenn man es verstehen und umsetzen könnte. Nämlich.

Also, was könnte ich in den Ferien machen?

  • Ich schlafe lang. Normalerweise kann ich nicht länger als bis sieben Uhr flach liegen, also werde ich wahrscheinlich im Sommer auch nicht länger im Bett bleiben.
  • Wie wäre es mit einem reinigenden Fasten? Zwar, als ich das einzige und letzte Mal das versuchte, war das Fasten nach dem ersten Tag schon erledigt. Nochmals versuchen? Glaube nicht.
  • Sollte ich endlich mit Yoga beginnen oder mit meinen schon Mal angefangenen Qi Gong-Übungen fortfahren? Drinnen zwischen den Möbeln oder draussen in der frischen finnischen Sommerluft? Hm.
  • Ich werde mehr lesen. Normalerweise lese ich im Bett und schlafe bei der dritten Buchseite ein. Vielleicht gelingt es mir diesen Sommer ein ganzes Kapitel bis zum Schluss zu lesen?
  • Vielleicht schaffe ich es, mein Bild vor dem Herbst fertig zu malen? Na, vielleicht ist es vernünftiger zu warten, bis die Herbstregentage beginnen.

Jemand anderer würde sicher einige körperliche Aktivitäten auflisten, aber ich bringe es einfach nicht fertig. Na, nach einiger Anstrengung schaffe ich es schon, ganze 3000 Schritte in meiner Schrittzähler einzubringen, aber alle weiteren Schritte benötigen zusätzliche Energie. Und diese Energie kann ich für viel nützlichere Sachen investieren. Wie zum Beispiel fürs Meditieren. Oder Nichtstun. Herrlich!

Suunto
Heute noch nicht so weit gekommen – 32 Schritte

Ein Brief erreichte uns. Unser Freund Kasper von Wuthenau aus Tankavaara (Tankavaara liegt in Lappland) hat ein Lebenszeichen geschickt. Und da kam mir die erste konkrete Idee für die Ferien (nebst im Garten zu graben).

Vielleicht ist es nicht nötig zu erwähnen, aber unsere Ferien richten sich wieder einmal Richtung Norden, genauer gesagt Richtung Lappland. Dort verbringen wir in unserem Nest einige erholsame Wochen beim Werken und allerlei angenehmen Sachen. Anfangs Sommer sammeln wir Pilze, die heutzutage als giftig geltenden Lorcheln (die Ersten, die schon aus den Boden spriessen, die anderen Pilze kommen erst später). Auch das tägliche Fischen ist MUST, schon aus ernährungstechnischen Gründen. Den Rest des Tages verbringen wir rund um das Haus oder im nahen Wald.

Diesen Sommer haben wir gedacht, Kasper zu besuchen.

Kasper ja Pirmin
Kasper mit einer Gruppe von Schweizer GeologInnen

Kasper von Wuthenau wirkt im Goldmuseum und im Gold Village in Tankavaara (zwischen  Sodankylä und Saariselkä). Kasper macht Führungen im Goldwaschen, Führungen im Allgemeinen, designt und stellt eigenen Schmuck her und führt seinen Shop mit Mineralien und Schmuck. Der diplomierte Geologe ist ursprünglich Deutscher, den das Gold das erste Mal in den 80-Jahren nach Tankavaara brachte. Wir lernten ihn vor einigen Jahren während einer geologischen Führung kennen. Letztes Jahr entdeckte er den ersten Diamanten Lapplands!

Kasper erwähnte in seinem Brief, das der Sommer ziemlich ruhig ist, da die Touristen den Weg zum Goldmuseum und zu seinem Shop oft nicht finden. Und das finde ich komisch. Das Goldmuseum, selber Gold waschen und die Führungen sind spannend für die ganze Familie. Und nicht nur das Museum, sondern das ganze Tankavaara-Gebiet.

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Lokaler Goldmarket

Es lohnt sich, einen Tagesausflug ins Goldmuseum von Tankavaara zu planen. Und wenn man schon etwas plant, ist es empfehlenswert eine Führung zu reservieren. Die Dauerausstellung zeigt die Geschichte des Goldgrabens in Finnland und in der ganzen Welt. Sehr interessant! Da Bilder ja nicht alles erzählen können, ist es spannend, die vielen Geschichten und Hintergründe dazu mit einer Führung zu hören.

Aber Achtung, Achtung: Tankavaara umfasst auch das Gold Village mit Restaurant, das  Goldmuseum liegt in der Nähe. Daneben gibt’s auch noch das Naturzentrum beim grossen Parkplatz, das neu nicht mehr staatlich ist, sondern ebenfalls private Besitzer hat. Jetzt kann man nur hoffen, dass alle Beteiligten am gleichen Strick ziehen und für die Touristen ein Gesamterlebnis bieten.

Das Goldwaschen reicht mir als Ferienaktivität. Und das Schöne ist, man darf das selbstgewaschene Gold behalten. Stiefel anziehen, die Waschpfanne nehmen und dann kann das Waschen beginnen. Und das Goldfieber steckt einem an…

Kullanhuuhdonta
Das schwere Gold bleibt unten
Kultakimpale
Kann ich das behalten??

Im Gold Village ist das Restaurant Wanha Waskoolimies, in dem wir schon beim letzten Besuch vor Jahren unseren Hunger und Durst stillten. Seit 2013 hat das Restaurant neue Besitzer und das Essen wird aus lokalen Zutaten gekocht. Also, da müssen wir unbedingt hin.

Link zum Menü

Tankavaara liegt an der E-75, knapp 100 km nördlich von Sodankylä oder circa 60 km südlich von Ivalo und circa 30 km südlich von Saariselkä.

Und noch was: dieses Jahr hat es drei Goldwasch-Wettbewerbe, unter anderem die Weltmeisterschaft. Genauere Angaben unter www.kultamuseo.fi oder www.tankavaara.fi

Weltmeisterschaften in Goldwaschen 2019

Ja, mal sehen, wieviel Gold ich Ende Sommer in der Tasche habe.

Grüsse vom Sofa

Mummo

 

 

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Superfood und Antioxidantien, danke!

Beinhaltet Links zu meinen Empfehlungen

Es war schön, mit Mutter und Vater in den Beerenwald zu gehen. Ich habe in meinem Schälchen Beeren von hier und da gepflückt und jede zweite Beere ging leise in meinen Mund. Im Sommer haben wir Heidelbeeren (Blaubeeren) und im Herbst Preiselbeeren gesammelt.

Heidelbeeren wurden normalerweise frisch oder in einem Heidelbeerkuchen gegessen. Und wenn es Saison war, gab es genug frische Heidelbeeren. Ich erinnere mich an die auf Grashalme gesteckten Heidelbeeren und Heidelbeeren gemischt mit Milch. Damals schmeckte die Milch noch nach Milch…

Mustikoita
Heidelbeeren

Die Preiselbeeren waren… hm… leicht sauer, aber lecker mit Zuckerzugabe. Zu Hause bei uns wurden die Preiselbeeren über den Winter in einem gedeckten Eimer auf der kalten Estrichtreppe aufbewahrt. Von dort schöpften wir immer die notwendige Menge, die wir mit vielen finnischen traditionellen Gerichten als Beilage assen. Preiselbeere wurde eine Beere, die ich immer auf Lager haben muss. Natürlich eingefroren und wenn möglich selbst gesammelt.

Puolukoita
Preiselbeeren direkt aus dem Tiefkühler

Irgendwann verleidete mir das Beerenpflücken.  Es gab wichtigeres zu tun. Quasi.

Nach der Pubertät wollte ich nostalgisch mit meiner Freundin Tuija in den Wald, um Preiselbeeren zu pflücken. Oh, war es schön, wieder selbst Beeren zu sammeln! Wir konnten die Beeren aber leider nicht pflücken, die Elchfliegen hatten den Wald erobert. Nach diesem Rückschlag dauerte es zwanzig Jahre, bis ich wieder in den finnischen Wald ging.

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Elchfliege. Wääk!. Foto Wikipedia

Erst in Lappland lernte ich die Moltebeeren richtig kennen. Nachdem ich einige Male den Leipäjuusto (lappländische Spezialität aus gebackenem Käse) mit sauren Moltebeeren gegessen hatte, fragte ich mich allerdings, wieso diese Beere so begehrt und wertvoll sein soll. Wer kann sowas essen? Alle Touristen kriegen die Moltebeeren als Delikatesse aufgetischt, aber nur die wirklich reifen oder gezuckerten Moltebeeren schmecken wie eine Delikatesse. Glücklicherweise haben viele Restaurants dies heute verstanden.

Lakkoja
Moltebeeren. Ohne Leipäjuusto…

Nun habe ich mehrmals Sommer  und Herbst in Lappland verbracht. Ich bin in den hellen Sommernächten auf den flachen und offenen Tunturis gewandert und habe nachts  mit Freunden draussen gesessen, während sich die Strahlen der Sonne auf der Oberfläche der Sonnenbrille spiegelten. Und habe mich immer wieder über dieses Wunder des Lichtes gewundert! Und noch immer jeden Sommer sauge ich das Sonnenlicht in meinen Geist und bekomme nicht genug von der Kraft des Lichtes. Immer wieder zieht es mich wegen diesem Wunder in den Norden.

Wenn Lapplands langer und kalter Winter zu Ende geht und die Pflanzen endlich den harten Frost überstanden haben, geht der Kampf auf der Erdoberfläche weiter. Es muss etwas Einzigartiges in den Pflanzen geben, dass sie bis zum Frühling und Sommer überleben. Also was ist das?

Nach der dunklen Jahreszeit beginnt eine intensive Lichtzeit. Und schnell ist die Natur grün und üppig, als wäre es kein Winter gewesen. Beeren reifen als saftige Früchte der Wälder und der Sümpfe, die man dann mit Eimern sammeln kann. Obwohl in Finnland Beeren als fast nationale Sportart gesammelt werden, bleiben etwa 90% der Beerenernte im Wald für die Tiere oder verdirbt einfach.

In Finnland werden also etwa 90% der Beerenernte nicht gesammelt. Superfood aus den eigenen Wälder. Anstatt diese SAUBEREN Beeren aus SAUBEREN Wäldern GRATIS zu sammeln, werden Beeren wie Goji, Acai, Inca und alle anderen Wiesieallenurheissenmögenbeeren gekauft, die aus aller Herren Länder antransportiert worden sind. Und jetzt noch etwas Witziges, das eigentlich gar nichts Witziges ist,  über die Goji-Beere:

„In den Jahren 2009-2010 übertrafen die meisten der vom Zolllabor untersuchten Gojibeeren die zulässigen Pestizidwerte und sie wurden abgelehnt. Im Jahr 2010 wurde das EU-Recht jedoch dahingehend geändert, dass die Gojibeere als Tomate eingestuft wird, für die höhere Pestizid-Grenzwerte zulässig sind. Nach der Änderung der Klassifizierung lagen die nach Finnland importierten Gojibeeren innerhalb der neuen Grenzwerte. ” Quelle Wikipedia

So geht’s. Die Limite wird geändert, so dass wir wieder „reine“ Beeren essen können … Oh my god!

Ökologischer wäre, zumindest in Europa zu bleiben. Punkt.

Ich esse täglich selbst geerntete Beeren, die in Lappland wachsen und reifen. Und vor einiger Zeit begann ich auch, meine Haut mit einer Produktlinie zu pflegen, die mir wie eine Faust ins Auge passt, wie das finnische Sprichwort sagt.

Ich habe mich dafür entschieden, Naturkosmetik sowohl in meiner Arbeit als Kosmetikerin als auch als Privatperson zu verwenden. Dies sind die Kriterien, die ich für meine Produktlinie gefordert hatte:

  • Naturkosmetik
  • Made in Europe. Noch besser: Made in Finnland!
  • Das Produkt erfüllt hohe technologische Anforderungen
  • keine schädlichen Zusätze (Duftstoffe, Konservierungsmittel)
  • keine Tierversuche
  • saubere Rohstoffe
  • Hyaluronsäure
  • hoher Antioxidantiengehalt
  • hygienisch im Gebrauch                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              WERBUNG: Nun gibt es eine Werbung, die ich nicht auf Empfehlung der Herstellerfirma mache, sondern weil es jetzt ein Produkt gibt, das mit den bekannten, großen und wirklich teuren Anti-Aging-Marken mithalten kann.

Meine Anforderungen erfüllt fand ich in der Naturkosmetik-Linie von INARI, einer in Finnland hergestellten Produktlinie für die erwachsene Frau. Die Produkte beinhalten eine Mischung aus sechs arktischen Zutaten, Arctic Blend: Rosenwurz, Moltebeeren, Preiselbeeren, Heidelbeerblätter, Kiefernrinde und Chaga.  Wenn allerdings jemand an der Kraft der Beeren und Pflanzen als Überlebende arktischer Bedingungen zweifelt, dann kann man nichts machen.

Inari 1 Holz
Naturkosmetik

Naturkosmetik gibt es schon lange und es gibt unzählige Marken. Einer der Befürworter der Naturkosmetik fragte mich kürzlich, warum es Hyaluronsäure (die Wasser bindet und dem Gesicht Geschmeidigkeit verleiht) in der von mir erwähnten Serie als Zusatz braucht, das gehöre ja nicht zu Naturkosmetik!

Ja, genau deshalb. Dass ich als reife Frau, die neueste Technologie benützen DARF, welcher die Falten etwas glättet und trotzdem Naturkosmetik ist. Weil ich es mir Wert bin. Nämlich.

Und jetzt zum Frühling und bald zu einer neuen Beerensaison!

Supergrüsse

Mummo

bodyflexx. Hier geht es zu meiner Seite!

Inari Cosmetics. Hier zur Inari!

 

Die Polarnacht

Ich öffnete meine Augen und vermutete, dass es schon Morgen war. Besser gesagt, ich vermutete Vormittag. Ich blickte auf meinen Wecker: halb elf. Ich hatte rund um die Uhr geschlafen. Draussen schneite es leicht und der Himmel war bedeckt, es war still und Dämmerlicht.

300 Kilometer nördlich des Polarkreises. Hier herrscht Polarnacht. Die Sonne steigt nicht über den Horizont. Wenn es bedeckt ist, wird es Nacht bevor der Tag richtig begonnen hat. Und dieser Tag schien genau so ein Tag zu werden.

Ich hatte gerade eine Woche Rambazamba überlebt. Eine Woche Fullhouse. Eine Woche volles Programm und soziale Beziehungspflege. Morgens muss man früh auf, damit man raus kann, bevor es wieder dunkel wird. Langlaufen, Schneeschuhlaufen, Schlitteln, Schneeräumen, Motorschlittenfahren, Holzhacken, Spazieren. Vor der Dunkelheit saunieren und ins Eisloch springen. Dazwischen Zwischenmahlzeiten, Mittagessen und am Ende noch das Nachtessen. Das alles zusammen zu Acht. Einen ruhigen Moment konnte man sich gönnen, wenn man alleine auf dem zugefrorenen See langlaufen ging.

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Alleine auf dem See.

Und trotzdem. Ich genoss es, Sachen zusammen zu machen, die Gespräche, Musizieren, das raumfüllende Lachen und lautes Geplauder sowie auch die gemeinsamen Momente am Esstisch und bei der Zigarettenpause auf der eisgefrorenen Terrasse.

Jetzt war ich aber müde. Das Chaos im Haushalt musste warten. Das Wetter schien das Beste zum Batterien aufladen. Schritt für Schritt. Gaaaanz langsam.

Ich hatte Massage auf dem Programm. Ich hatte die Hot-Stone-Massage für die winterlichen Tage gespart. Und heute war genau der passende Tag.

Ich genoss in Anittas Massage-Praxis Sametta eine knapp zweistündige Behandlung. Als ich fertig war, war es schon dunkel. Ich schaffte es an diesem Tag, vom Morgen direkt zum Abend überzugehen. Mindestens vom Gefühl her.

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In Lappland hat die Zeit einen neuen Inhalt. Besonders wenn man Ferien hat und die Zeit knapp ist. Im Winter, wenn der Tag kurz ist, muss man alles in eine kurze Zeitspanne hinein zwängen. Irgendwann sind die Ferien vorbei und man hat nur die Hälfte des geplanten Programms gemacht.

Viele sagen, dass sie während der Zeit der Polarnacht herunterfahren oder es mindestens beabsichtigen zu tun. Ich bin noch nicht so weit. Für mich scheint die Zeit der Ruhe eine der am meisten beschäftigten Zeit zu sein. Am Morgen kann man nicht zu lange schlafen, weil es bald schon wieder dunkel wird. Man muss also spätestens um zehn Uhr zum Frühstück, damit man sich ein paar Stunden draussen betätigen kann. Und wenn man noch im Hellen in die Sauna und in das Eisloch gehen will, muss man sich schon recht  beeilen. In die Sauna kann man auch nicht mit ganz leerem Magen gehen, also muss man zwischen den Langlaufschuhen und Saunaofen noch etwas aus dem Kühlschrank holen. Und wenn man dazu noch Besuch hat, reicht diese kurze Formel nicht.

Aber. Die Augen gewöhnen sich ja schnell in die Dunkelheit und den Weg zum Eisloch kann man ja gut mit Petrollampen oder Kerzen beleuchten. Und nach der Sauna den Hang hinauf zum Haus klettern im Licht der Stirnlampe. So „where is the problem??“

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Kerzenlicht mitten im Schnee

Ich bin ein Kind des Lichtes. Das ist es. Ich kann kaum warten, bis die Sonne wieder über den Horizont klettert. Wenn die Sonne sich nach mehreren Wochen endlich zeigt, gehen wir Richtung Frühling. Unweigerlich. Und dieser Moment ist bald da.

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Die Sonne zeigt sich noch nicht. Aber bald!

Es ist zu kalt zum Eisloch-Fischen und auch die Netze sind noch nicht unter der Eisfläche. Die Wäsche sind noch nicht gewaschen und das Haus noch nicht geputzt. Zu allem anderen ist die Internet-Verbindung schlecht, sodass auch die E-Mails auf die Zukunft und bessere Verbindungen warten müssen.

Damit ich das ganze Chaos überlebe, nehme ich nun einen Glas Rotwein und strecke meine Pfoten in die Decke.

Und Tschüss!

Mummo

 

 

 

Wohin? Nach Helsinki, klar!!

Ich hatte schon lange auf dieses Wochenende gewartet. Auch wenn ich aus rein ökologischen Gründen Wochenende-Trips nicht befürworte, musste ich nun unbedingt wieder einmal nach Helsinki. Wenn ich in den Norden fliege, dann meistens direkt nach Lappland und so bleibt Helsinki immer auf der Strecke. Das Angebot in Helsinki ist gross, also mussten wir wählen.

Wir hatten als Geburtstagsgeschenk eine Kulturreise nach Helsinki gewünscht. So durften wir auch unsere Wünsche bezüglich des Programmes äussern und ich wollte unbedingt ins Theater. Als ich noch in Finnland lebte, gingen wir oft ins Theater und so wollte ich wieder finnisches Theater und finnische Schauspieler mit finnischer Sprache geniessen. Das Geschenk war für mich und meinen Mann und so wollte ich ein Theaterstück, welches mein Mann als Fremdsprachiger auch verstehen würde. 

Aber. Wer geht schon freiwillig in dieser düsteren Jahreszeit November/Dezember nach Helsinki? Ich hatte mir ja einmal geschworen, nie mehr im November… In der Regel ist es dunkel, nass, matschig, düster, ja einfach nicht so schön. Der Zeitpunkt passte aber sonst sehr gut und so haben wir die Reise geplant.

Da wir nun diesen Zeitpunkt wählten, wollten wir es vorsichtshalber sonst gemütlich haben. Also haben wir in das Hotel investiert. Wir wollten nicht allzu weit vom Zentrum weg oder besser gesagt, wir wollten mittendrin sein. Keine Zeit für Transportwege verlieren. Wenn man nur das Wochenende unterwegs ist, dann bitte keine Zeit für unnötiges Reisen verlieren.

Wir haben das Hotel Haven im Zentrum von Helsinki gewählt. Und ein Zimmer mit Blick aufs Meer. Ich bin ja am Meer aufgewachsen und wenn immer möglich, will ich das Meer sehen. Ja, es ist etwas Luxus, aber es hat sich gelohnt. Schönes Zimmer, Blick auf das Meer, nettes Personal  und gutes Frühstück in dem alten Sundmanns-Gebäude.

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Ausblick aus dem Hotelzimmer
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Hotelzimmer. Foto Hotel Haven

 

Am Samstag haben wir in dem neuen Amos Rex begonnen.

Amos Rex ist ein im funktionalistischen Stil gebautes Kunstmuseum, das von der BBC zu einer der innovativsten neuen Architekturen Europas des Jahres 2018 gekürt worden ist. Nämlich:

„Die Eröffnungsausstellung des Amos Rex wurde von dem in Tokio ansässigen teamLab geschaffen, einem 500-köpfigen Kunstkollektiv, dem nicht nur Künstler, sondern auch Programmierer, Animatoren, Mathematiker, Architekten, Grafikdesigner und Autoren angehören.

Sie sagen, sie wollen die Realität neu konfigurieren und menschliches Verhalten im Informationszeitalter unter die Lupe nehmen. Das Publikum interagiere mit der Kunst des teamLabs oder kreiere sie sogar vor Ort mit.

Es ist eine ehrgeizige und technisch anspruchsvolle erste Ausstellung, die die Messlatte für die zukünftigen Amos-Rex-Ausstellungen hoch anlegt.“  Text vom ThisisFINLAND-Mitarbeiterstab

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Der Boden ist das Dach von Museum. Da war früher die Busstation.
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Die Ausstellungsräume sind unter dem Boden.
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Eine Kunstinstallation.

Diese Installation mit der Bewegung muss man vor Ort sehen.

Nach der Ausstellung gingen wir in ein Chinesisches Spa, in dem wir Frauen Fussreflexzonenmassage gebucht hatten und mein Mann war für Meridian-Massage eingeschrieben.

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Der asiatische Spa
Hieronta jalat
Unsere Füsse wussten noch nicht, was auf sie zukommt

 

Wir mussten zuerst die Anamnese-Formulare ausfüllen und unsere Wünsche angeben. Also haben wir „Relax“ angekreuzt. Als die zwei chinesischen Herren unsere Füsse zu massieren begannen, wusste ich ziemlich schnell, dass es a) nichts mit Relax zu tun hatte b) keine Reflexzonenmassage war. Wir waren beide froh, als die Stunde vorbei war. Nach dieser „entspannenden“ Massage war ich so „relaxed“, dass ich in der Nacht kein Auge zu tat. Hmm…

Anschliessend gingen wir zurück ins Hotel zum Aperitiv.

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Die Abendstimmung aus dem Hotelzimmer

Da es gerade die Zeit für Firmen-Weihnachtsessen war, war es etwas schwierig, ein Restaurant zu finden. Schlussendlich gelang es uns den letzten Tisch in dem russischen Restaurant Bellevue zu ergattern. Das Bellevue ist das älteste ununterbrochen funktionierende russisches Restaurant ausserhalb Russlands. Im Bellevue hat es Samstags ein fantastisches Zakuska-Buffet, absolut zu empfehlen! Na, wir hatten kleine Zakuskas und einen lustigen Abend!

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Eine lustige Gesellschaft
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Die russische Atmosphäre ist einfach schön.

Am Samstag nach dem Shoppen sind wir Richtung Kansallisteatteri, Nationaltheater, gesteuert. Wir hatten eine Nachmittagsvorstellung in Willensauna, einen intimen Abteil des Nationaltheaters, gebucht. Es lief „Gabriel“ nach dem Roman „Gabriel, komm zurück“ von Mika Waltari. Ah, wie ich diese alten Stücke liebe! Es war zwar wie in einem Pensionierten-Treff, aber amüsant war es alleweil. Und gut gespielt. Und warum gerade dieses Stück? Ich wollte ein Stück, das mein Mann als Fremdsprachiger, der finnischen Sprache nicht vollständig mächtig, auch verstehen würde oder wenigstens folgen könnte. Und das konnte er. Vollständig. Nächstes Mal gibt es etwas mehr Abstraktes!

Kansallisteatteri
Nationaltheater
Bühne Gabriel
Wir sassen fast auf der Bühne.

Anschliessend feines Nachtessen in Restaurant Shelter an der Kanavakatu. Dort hat es wöchentlich wechselnde Menüs und viele Leute.. Und sehr feines, selbstgemachtes Brot.

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Schnell rein aus der Kälte!

Nach dem Nachtessen liefen wir Richtung Strand. Dort steht der „Allas – sea pool“. Es ist eine Schwimmanlage mit zwei Aussenpools, mit Warm- und Kaltwasserpool mit Temperaturen von +27 C° bzw. +3 C°, dazu Sauna-Anlage und Restaurant. Es war amüsant die (auch) nackten Leute schwimmen zu sehen, während wir selber  trotz Wintermantel zähneklappernd in dem bissigen Wind auf der Terrasse standen.

Ich dachte mir „die spinnen die Finnen“. Aber gerade das ist es, was mich an den Finnen so fasziniert. Die allerkomischsten Ideen haben sie. Etwas spinnen muss man wohl, aber das ist auch bewundernswert. Es braucht Kreativität und man muss auch die verrückten Ideen verwirklichen können. Da braucht es die Kreativen und Verrückten, aber auch die Politiker, die das ermöglichen.

Ich hätte gerne auch noch „Löyly“, den Sauna-Meeresbad-Restaurant-Komplex gesehen, aber wir mussten das auf nächstes Mal verschieben.

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Beleuchtetes Wasserbecken
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Blick Richtung Dom
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Uspenski-Kathedrale zwischen verschiedenen Baustilen.

Nach einigen Fotos sind wir zurück ins Hotel. Da haben wir uns einen Schlummertrunk gegönnt. Die Namen weiss ich nicht mehr, aber fein waren sie!

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Süffig waren sie!

Nach der gut geschlafenen Nacht frühstückten wir mit meinen zwei Cousins und deren Liebsten. Anschliessend etwas shoppen und dann war das Wochenende in Helsinki langsam vorbei.

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Frühstück. Foto von Hotel Haven.
Torilla
Nein, diesmal sind wir nicht in die Sauna…

Wer baut schon eine Sauna auf dem Weihnachtsmarkt, wenn nicht der Finne?

Je älter ich werde, desto deutlicher spüre ich meine Wurzeln. Ich war schon immer stolz, eine Finnin zu sein. Aber ich glaube, ich hätte über mein Finnisch-Sein nicht einmal gross nachgedacht, wenn ich in Finnland geblieben wäre. Heute ist der Stolz einem schläfrigen Glücksgefühl gewichen. Das Glücksgefühl, in zwei Kulturen leben zu können und auch die Verrücktheit aus der Muttermilch gezogen zu haben.

Und jetzt gehe ich in die eigene Sauna. In der Pause lasse ich meinen Blick auf das Meer… nee, in Nachbars Garten schweifen.

Liebe Grüsse

Mummo

Hornkuh-Initiative

Wir werden in der Schweiz bald wieder abstimmen. Unter anderem über Kühe mit Hörnern oder über die Subventionen der Bauern mit Hornkühen?

Ich schreibe über das Thema in meinem finnischsprachigen Blog und auch die weiteren Beiträge werde ich vorläufig nur in Finnisch schreiben. Wen das interessiert: http://www.mummokaasuttaa.com. Zeit zum Finnisch lernen?

Ich bedanke mich bei meinen deutschsprachigen LeserInnen und vielleicht bis später!

Herzlichst

Mummo

Das beste Apfelkuchenrezept

Ich hatte vor langer Zeit entschieden, dass ich keine Rezepte in meinem Blog schreibe. Aber so ändern sich die Zeiten und Gedanken. Oh boy…

Im Hintergrund gibt es eigentlich einen ganz praktischen Grund: Ich finde nie meine Rezepte am richtigen Ort. Wir haben so viele Kochbücher, dass ich mich nicht erinnern kann, wo genau DIESES Rezept liegt. Und was mache ich dann? Natürlich im Internet stöbern. Jetzt hoffe ich, dass ich mit der Zeit meine Lieblings- und Grundrezepte hier finden kann. Vielleicht gibt es da auch für Dich etwas Leckeres? Ich nehme auch gerne Anregungen entgegen!

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Wissen, wo…?

Ich bekam dieses Kuchenrezept von meiner Freundin Lissu, änderte es aber ab, für meinen Geschmack  besser passend. Der Kuchen ist ohne Weizenmehl gemacht und ich finde ihn besser verdaulich als mit meinem geliebten Mürbeteig. Gleichzeitig ist er auch glutenfrei, falls man keinen Weizen verträgt. Wenn Du also auch etwas Mühe mit einem Dessert aus Mürbeteig hast, empfehle ich, dieses Rezept auszuprobieren.

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Eine neue Bekanntschaft

Wenn Du auch so spontan mit dem Backen bist wie ich und keine weiche Butter und nur kalte Eier zur Verfügung hast, kannst du diese gut bewährten Tricks benützen:

Butter in etwas kleinere Stücke schneiden. Ein Glas- oder Steingutgeschirr in heisses Wasser stellen und heiss werden lassen. Dann das Geschirr trocknen und als Haube auf die Butter stellen. Die Butter ist in wenigen Minuten weich. Die Eier kann man für 5-10 Minuten in heisses Wasser legen, bis sie Zimmertemperatur haben.

Zum Rezept:

Apfel-Mandelkuchen

Teig:

  • 125 g weiche Butter
  • 1 dl Zucker
  • 2 Eier
  • 150 g gemahlene Mandeln= Mandelmehl
  • 1/2 Tl Backpulver

Füllung:

  • 3 Äpfel
  • 1 Tl Zimt
  • 1 Spritzer Biozitrone
  • Wenig Zucker
  • Eiermilch: 1 Ei+ 1 dl Rahm (man kann auch einen Löffel feine Konfitüre dazumischen)

Am besten eine runde Springform benützen. Meine Springform hat einen Durchmesser von 24 cm. Dann Backpapier in der Springform in Form schneiden. Ich schneide Backpapier so, dass es ca. 2 cm Rand hat.  Falls man kein Backpapier benützt, die Form gut mit Butter bis ca. 2 cm gegen den Rand einstreichen.

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Praktisch, praktisch…

Den Ofen einschalten und auf 200 °C aufheizen.

  1. Schritt: Butter und Zucker mit Mixer rühren, bis die Masse schaumig ist
  2. Schritt: Eier beifügen, mischen
  3. Schritt: Mandelmehl und Backpulver beifügen, mischen
  4. Schritt: Masse in vorbereitete Springform füllen,  aussen 2 cm hoher Rand
  5. Schritt: Äpfel klein schneiden und auf dem Teig verteilen
  6. Schritt: Etwas Zitronensaft auf die Äpfel geben
  7. Schritt: Eiermilch auf den Äpfeln verteilen. Darauf Zimt und Zucker streuen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Das Ganze dann ca. 30 Minuten bei 200 °C backen. Und fertig!

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Und nun: Nam nam!

Und ob das so gut schmeckt? Bin gespannt!

Grüsse

Mummo

 

 

Liebe auf den zweiten Blick

Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Erst beim zweiten Mal hat es mich reingezogen. Ich blieb im Netz hängen. Das ist wie Fischers Alltag.

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Selbstversorgerin

Das erste Mal war irgendwann in den 80-er/90-er-Jahren. Wir fuhren durch Finnland, mit dem Ziel, Hammerfest in Norwegen zu erreichen. Das Nordkap war ja schon damals das Ziel vieler Touristen, aber da wollten wir nicht hin. Als wir auf der norwegischen Seite eine Nacht übernachteten, wurden wir von einem Schwarm von Mücken überfallen. So was hatte ich noch nie gesehen! Da entschied ich mich, nie mehr nach Norden zu gehen. Aber ja, es war ja in Norwegen…

Hyttyset auton rekkareissa
Das waren keine finnischen.

Von dieser Reise gab es viele lustige Erinnerungen. Wenn man mit den Kindern reist, setzt man Prioritäten natürlich ganz anders als ohne Kinder. Einiges bleibt auf der Strecke und man denkt, dass man irgendwann zurückkehrt. Und wenn es sein muss, macht man es auch. Irgendwann.

Mir blieb von dieser Reise  unter anderem eine Erinnerung: das Licht. Klar ist es überall in Finnland im Sommer hell und schön. Aber das Licht in Lappland ist etwas Spezielles. Das muss man gesehen und erlebt haben.

Nacht
Magie der Sommernacht

Das nächste Mal besuchte ich Lappland Anfang des neuen Jahrtausends. Und dann steckte ich mich an mit dem Virus. Mit dem Lappland-Fieber. Es ist schwer zu erklären und ich denke, das kennt nur jemand, der das Virus auch in sich trägt. Und wenn man sich schon angesteckt hat, gewichtet man die Mücken nicht höher als ihr tatsächliches Gewicht. In Milligramm. Heh. Man gewöhnt sich an alles.

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Auf der finnischen Seite. Und das waren fast alle, die herumflogen.

Damals machte ich mit Pete lange Wanderungen, ohne einen Menschen zu treffen. Wir wanderten auf den Tunturis und in den Wäldern, ob es regnete oder die Sonne schien. Wir waren umgeben von Licht, Ruhe, Stille, dem Rauschen des Windes in den Bäumen und von den Düften der Natur.

Der Sommer im Norden ist eine unglaubliche Jahreszeit. Wenn die Sonne nicht unter dem Horizont verschwindet, ist es einfach magisch. Die Mitternachtssonne und Helligkeit der Nächte im Sommer und die Nordlichter und Dunkelheit im Winter sind einfach etwas sehr Spezielles. Obwohl, die Nordlichter sind nicht nur ein Höhepunkt des Winters. Sie leuchten am Himmel, sobald es dunkel genug ist, um sie sehen zu können.

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Und die Sonne geht nicht unter

Es kommt mir gerade ein Tourist in den Sinn, den wir auf dem Flug von Helsinki nach Ivalo getroffen haben. Er war ein Amerikaner chinesischer Abstammung. Er erzählte, Mitglied einer Gruppe zu sein, die Europa durchreist. Und an dem Abend wollten sie nach Ivalo, um Nordlichter bewundern. In diesem Moment wollten wir unsere Bedenken gar nicht kundtun. Nordlichter sieht man nur, wenn die Umstände günstig sind. Heute jagt man sogar Nordlichter. Die muss man manchmal weit weg suchen gehen.

Na, wir kamen in Ivalo an. Und in dieser Nacht sahen wir unglaublich schöne Nordlichter. Ich hoffe, unser Tourist sah die gleichen Lichter, um das gesuchte  Glücksgefühl zu finden. Vielleicht wollte er aber nur etwas auf seiner Liste abhaken?

28. Revontulia illan hämärtyessä-Nordlicht beim Eindunkeln des Abends
Nordlichter hinter dem Häuschen

Der Winter ist im Anmarsch. Ein kleiner Frost beisst die übriggebliebenen Preiselbeeren an und die erste leichte Schneedecke überdeckt den Boden, um nochmals vor dem Winter zu verschwinden.

In Lappland hat man wenigstens noch einen richtigen Winter. Jetzt noch. Auch wenn ich kein besonderer Wintermensch  bin, aber wenn schon Winter, dann richtig! Davon mehr ein anderes Mal.

Ich bereite mich jetzt schon auf den nächsten Sommer vor. Die Sprach-Camps, die wir letzten Sommer und Herbst organisierten, waren ein richtig schönes Erlebnis! Das Feedback war rundum positiv und aufbauend und das ermutigt zu einem noch besseren Resultat. Und trotzdem muss man realistisch bleiben. Eine Woche ist eine Woche, die wird nicht länger. Auch wenn einige Teilnehmer gerne sitzengeblieben wären. Heh. Die wenigsten Schüler in der Normalschule wollen alles wiederholen? Oder? Obwohl es manchmal gar keine schlechte Idee wäre. Übung macht den Meister. Nämlich.

Urhot ja ope2
Lehrerin und die Schüler

Es gab auch Feedback bezüglich Essen. Und den Vorschlag, Gourmet-Wochen ohne Sprachunterricht zu organisieren. In Finnisch-Camps ist die Teilnahme der Partnerin/des Partners nicht möglich, weil die Idee ja ist, sich auf das Finnischlernen zu konzentrieren. Und da kann der/die Liebste die Gedanken ganz irgendwo anders hinführen.

King Crabs
Delikatesse! Aus Norwegen 🙂

Unsere Freunde haben gefragt, warum wir in Lappland überhaupt arbeiten wollen? Warum fremde Leute zu uns zu nehmen, rund um die Uhr Programm zu haben (die Nächte sind ja lang und hell. Heh.), den Unterricht organisieren, kochen für die ganze Gemeinschaft, dies und das machen? Und das alles während unserer eigenen Ferien…

Ja, warum?

Ich komme zurück zur Ansteckung mit dem Lappland-Virus. Weil es schwer ist, die Ansteckung zu beschreiben, muss man es selber erleben. Ich, oder wir, wollen unser Erlebnis mit möglichst vielen Freunden teilen. Und damit meine ich nicht Massentourismus. Wir wollen unsere Gäste als Freunde betrachten, auch wenn es nur für die kurze Zeit des Camps ist. Vielleicht bleibt von dieser Zeit etwas in Erinnerung zurück oder jemand steckt sich mit dem Virus an? Und trotzdem, es muss sich nicht jeder anstecken. Wo wären wir dann bald? Lappland voll mit Touristen, so wie die Wälder voll von Mücken. Ich meine die norwegischen Wälder.

Wir haben nämlich KEINE Mücken bei uns. Du glaubst es nicht? Es ist wahr, aber das glaubt nur der, der es mit eigenen Augen gesehen und erlebt hat.

Und wenn während meines Sommerjobs ein Campteilnehmer sich getraut, seine sprachliche Schatztruhe zu öffnen und an den Diskussionen teilzunehmen, dieses Glücksgefühl kann ein Aussenstehender nicht spüren. Auch das muss man miterleben. Und dieses Glück will ich immer wieder von Neuem erleben.

Arkku
Was ist da drin?

Liebe Grüsse

Mummo, den Schlüssel suchend.